Musik | Konzerte

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The Last Dinner Party im Palladium Köln

31. März 2026
von Hauke von der Linden

Mittlerweile liegt der Auftritt von The Last Dinner Party im Palladium in Köln einige Wochen zurück. Genug Zeit für mich, diesen Auftritt, den ich live miterleben durfte, zu rekapitulieren und für euch in Worte zu fassen. Ich möchte schon mal vorwegnehmen, dass ich wirklich allen, die noch nicht in die Diskografie von The Last Dinner Party hineingehört haben, wärmstens empfehle, dies nachzuholen. Mich hat das Konzert in meinem Fansein auf jeden Fall nur bestärkt, aber vielleicht ist es am besten, chronologisch zu beginnen.

The Last Dinner Party ist vielleicht eine der angesagtesten und am schnellsten wachsenden Bands der letzten Jahre. Mit dem Release ihrer ersten Single Nothing Matters konnten die fünf Musikerinnen sofort einen Hype um ihre Band generieren. Einen Hype, den sie mit ihrem Debütalbum Prelude to Ecstasy bestätigen konnten. Im letzten Jahr folgte dann mit From the Pyre direkt das zweite Studioalbum, welches von der Kritik ebenso positiv aufgenommen wurde und sich mittlerweile auch als Schallplatte in meiner Sammlung befindet. The Last Dinner Party lässt sich wahrscheinlich am besten als Alternative Rock Band mit Hang zum Dramatischen, zum im positiven Sinne Theatralischen bezeichnen. Sie bewegen sich in einer Szene mit Bands wie Wet Leg, Wolf Alice, boygenius oder Florence + The Machine und ihre Songs haben eigentlich immer etwas, was ich als „Grandeur“ bezeichnen würde.

Anfang März beendete The Last Dinner Party also ihre Europa-Tour zu ihrem zweiten Album From the Pyre. In Deutschland waren sie in München, Berlin und eben im Palladium in Köln zu sehen. Zunächst trat jedoch erst Sunday (1994) als Vorband auf. Eine amerikanische Dream-Pop Band, die mir live sehr gut gefallen hat und das Warten definitv erträglich gemacht hat.

Dann wurde endlich das Konzert von TLDP mit dem Albumopener Agnus Dei eröffnet und die nächsten Songs vergingen eigentlich wie im Rausch. Fast jeder Song hatte eine Form von Choreographie, sodass es sich sehr lebendig angefühlt hat und man wirklich das Gefühl hatte, dass die Girls Spaß am Konzert und an ihrer Musik haben. Musikalisch sind natürlich alle fünf Meisterinnen ihres Fachs. Jede von ihnen hatte Soloparts und stand im Spotlight, aber an dieser Stelle möchte ich Emily Roberts hervorheben, die wirklich eindrucksvoll bewiesen hat, was für eine großartige Gitarristin sie ist. Natürlich muss man aber auch Frontfrau Abigail Morris erwähnen, die zumeist im Vordergrund stand und eine tolle Energie auf die Bühne gebracht hat.

Und trotz Choreographie und weniger Pausen wurde auch das Publikum mit einbezogen, so durfte Abigail einem Fan ein Tattoo vorzeichnen und war dabei so lange im Gespräch, dass der Rest der Band sie darauf hinweisen musste, dass noch einige Songs zu spielen waren. Gespielt wurden eigentlich alle großen Songs, sodass auch die Singles Sinner, the Feminine Urge und natürlich Nothing Matters live erlebt werden durften. Aber auch ein noch unveröffentlichter Song wurde gespielt und lässt hoffen, dass man sich schon bald wieder an neuer Musik von The Last Dinner Party erfreuen darf.

Leider werden wir nämlich wohl bis zum nächsten Album warten müssen, bevor wir The Last Dinner Party wieder in Deutschland bejubeln dürfen. Wer so lange nicht warten will, hat aber die Möglichkeit  die Girls im Sommer auf verschiedenen Festivals in Belgien, den Niederlanden, Spanien und dem Vereinigten Königreich zu sehen. Vielleicht dauert es aber auch gar nicht mehr so lange bis schon wieder neue Musik veröffentlicht wird, da sie auch auf dem neuen Charity-Album Help (2) vertreten waren. Es macht also zumindest den Anschein das fleißig an neuen Songs gearbeitet wird.

Ich für meinen Teil freue mich auf Alles, was in Zukunft von The Last Dinner Party erscheint. Für mich sind die fünf Damen jetzt schon eine der größten Rockbands unserer Zeit.

Bilder: Hauke von der Linden/CTdasradio