Musik | Konzerte
Alice Phoebe Lou im Konzerthaus Dortmund
Am 29. Januar ist die südafrikanische Musikerin Alice Phoebe Lou im Konzerthaus Dortmund aufgetreten, deren träumerische Indie-Musik insbesondere durch den Song „Witches“ (2020) internationale Bekanntheit erlangte und in Dortmund viele Menschen ins Konzerthaus gezogen hat.
Vor dem Auftritt habe ich das Konzerthaus bereits zwei Mal in der Weihnachtszeit besucht, um dort das Kultmärchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zu schauen, welches von einem großen Orchester begleitet wurde. Geprägt von diesen eindrucksvollen Erfahrungen, war es schön, wieder vor Ort zu sein.
Bereits im Foyer wurde ich vom durchmischten Publikum positiv überrascht, welches alterstechnisch diverser war, als ich es mir vorgestellt hatte. Der Saal des Dortmunder Konzerthauses verfügt ausschließlich über Sitzplätze, sodass, anders als bei regulären Konzerten, jede Person einen festen Platz hatte und niemand im Voraus lange warten musste, um einen guten Blick zu haben. Die Bühne, die ich bisher nur in Kombination mit Leinwand und einer Orchestergruppe kannte, war dieses Mal mit langen, blauen Vorhängen geschmückt, während zentral ein schwarzer Flügel stand, der von einigen LED-Lampen umgeben war. Nachdem sich der Saal zügig gefüllt hatte, kam Alice Phoebe Lou unter großem Applaus mit ihrer Gitarre auf die Bühne. Mit ihrer klaren, warmen Stimme und den Klängen der Gitarre entstand eine beeindruckende Performance, die das berührte Publikum genoss. Die Atmosphäre war durchgängig beruhigend und intim, sodass ich auch öfter die Augen geschlossen habe, um die Musik noch stärker zu genießen. Im Kontakt mit den Zuhörenden zeigte sich Alice Phoebe Lou sympathisch und authentisch, während sie beispielsweise etwas Zeit überbrücken musste, um ihre Gitarre neu zu stimmen. Neben der Gitarre spielte sie zum Ende auch einige Songs auf dem Flügel, was mich besonders berührt hat und mir auch einige Tränen entlockt hat. Innerhalb des Konzerts wurden Songs des zuletzt erschienenen Albums „Oblivion“ gespielt sowie auch ältere Lieder, wie „Angel“, „Only When I“ und zum Ende auch ihr bekanntester Song: „Witches“. Alice Phoebe Lou spielte abgesehen von ihren eigenen Songs auch ein Cover:„Harvest Moon“ von Neil Young. Bei diesem forderte sie das Publikum auf mit ihr zu singen, was zunächst eher zögerlich verlief, aber zu einem schönen gemeinschaftlichen Chor führte.
Insgesamt war es ein sehr besonderes Konzert. Durch das Setting im Konzerthaus, wo man durchgängig entspannt sitzen konnte und das weitgehend ruhige Publikum, war die Konzerterfahrung sehr intensiv und meditativ.
Der Auftritt im Konzerthaus Dortmund gehört zu den ersten dieses Jahres; Alice Phoebe Lou spielt bis in den März hinein noch weitere Shows in Europa, unter Anderem Ende Februar in Berlin und Wien.
Bild: Andrea Ariel