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Tomodachi Life
Tomodachi Life

Reloaded: Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden

19. August 2026
von Jamie Mäurer

Tomodachi Life – Wo Träume wahr werden ist der dritte Teil der Spieleserie und ist Mitte April diesen Jahres für die Switch erschienen. Das Simulationsspiel von Nintendo lässt die Spieler*innen Charaktere frei erstellen und diese gemeinsam auf einer Insel aussetzen. Dort interagieren die sogenannten Miis miteinander, entwickeln Beziehungen und Wünsche.

Den Miis werden in der Erstellung eine Persönlichkeit gebastelt, bei welcher Handeln, Sprechen, Wirkung, Einstellung und Charakteroriginalität individuell skaliert werden. So kann ein Mii beispielsweise Selbstsicher Zielstrebig oder Zurückhaltend Introvertiert sein. Dies bestimmt unter anderem, wie die Miis untereinander agieren, ob sich soziale Beziehungen ergeben oder ob sie einander meiden. Die Zeit im Spiel läuft dabei synchron zur echten Welt, wodurch Miis auch dann miteinander interagieren, wenn gerade nicht aktiv gespielt wird. So kann es passieren, dass beim nächsten Start des Spiels zwei Charaktere zerstritten sind und die Hilfe des Spielers brauchen, um sich wieder zu versöhnen.

Die Insel sowie Wohnungen der Miis sind weitgehend frei gestaltbar, es kann gewählt werden zwischen vorgefertigten Raumkonzepten oder einer eigenen künstlerischen Gestaltung. Während es für Innen keine Möbel oder Gegenstände gibt und nur Wände und Boden anpassbar sind, ist die Natur der Insel mit einer Vielzahl von Elementen bestückbar. Es können Wege gelegt werden, Bäume und Sträucher gepflanzt oder durch Kombination aus Infrastruktur und Mobiliar Außenbereiche geformt werden.

Zudem werden im Laufe des Spiels mehr Funktionen in Form von Gebäuden freigeschaltet. Durch einen Nachrichtenturm wird der Spieler über Nachrichten auf der Insel informiert, im Fotostudio lassen sich lustige Collagen mit den Inselbewohnern erstellen und im Markt und der Boutique gibt es täglich neue Schnäppchen.

Wer nett zu seinen Miis ist, schenkt ihnen Essen, Kleidung oder Schätze. Hierdurch leveln die Miis auf und man muss ihnen noch mehr Geschenke machen. Es ist witzig zu sehen, wie ein Mii mit einem Geschenk auf der Insel interagiert – zum Beispiel mit seinen Hanteln trainiert und dabei wirklich seine Sets und Reps mitzählt.

Gleichzeitig zeigt dies auch eine Schwäche des Spiels. Die Anzahl an Items, mit welchen realistisch interagiert werden kann, ist begrenzt. Spieler*in können zwar eigene Designs in das Spiel bringen, aber die Interaktionsmöglichkeiten des Miis sind limitiert. Die vom Spiel vorgegebenen Geschenke bringen die Miis zum Beispiel zum Tanzen oder Malen, die eigenen neuen Elemente werden nur vor sich abgesetzt und angestarrt.

Ebenso passieren soziale Events oder Träume zwar in einer nicht überladenen Häufigkeit, sind jedoch repetitiv und nicht abhängig von der Persönlichkeit des Miis. Es kommt das Gefühl auf, nach wenigen Spielewochen jedes Vorkommnis schon einmal gesehen zu haben. So hat beispielsweise schon jedes meiner 13 Miis auf einem Wipptier gesessen und ist plötzlich in einer Cutszene durch den Dschungel gehüpft. Die ersten Male ist das noch besonders, verliert jedoch schnell an Aufregung und ist nur noch nervig. Persönlich überspringe ich solche Einspieler, da es dem Spielgeschehen nichts Neues hinzufügt.

Wer Lust auf ein Spiel hat, in welchem man sowohl kreativ seine Insel wie auch die Miis gestalten kann, sollte Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden trotzdem ausprobieren. Anders als andere Simulationsspiele von Nintendo ist es bei Tomodachi Life leicht, das Spiel nach 30 Minuten wieder beiseite zu legen. Es kann auf diese Weise als wenig anspruchsvolle Beschäftigung dienen.

Wer neugierig auf die Gamingwelt geworden ist, darf jeden zweiten Donnerstag bei PowerUp ab 20 Uhr reinhören.