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Testlauf: Secret of Mana

20. Februar 2018
von Katja Banno

Secret of Mana – eine kleine Geschichtsstunde

Secret of Mana, wie wir es heute kennen, fand seinen Ursprung auf dem Gameboy. Damals, als es unter dem Namen Seiken Densetsu in Japan erschien, war es ein großer Erfolg. Es war eine Mischung aus Final Fantasy und Zelda und bot spielerische Abwechslung sowie eine ordentliche Portion Aktion.

Anfang der 90er wollte Nintendo ihre Super Nintendo Konsole in Zusammenarbeit mit Sony durch einen CD-Rom Adapter erweitern. Der Adapter schaffte es aber nie auf den Markt und Sony brachte stattdessen die erste Playstation raus. (Wer mehr darüber wissen möchte, kann hier nachlesen.)

Da steckte Squaresoft aber schon knietief in der Entwicklung von Seiken Densetsu 2, welches im Westen als Secret of Mana erscheinen sollte. Es wurde also in die Hände gespuckt und das Spiel auf das Wichtigste runter gestampft – musste man doch jetzt auf die zusätzliche CD-Rom Power verzichten.

Trotz der Umstrukturierungen mitten in der Entwicklung, war Secret of Mana ein voller Erfolg. Das anspruchsvolle, aktionsreiche Kampfsystem, die stets passende und atmosphärische Musik und die Möglichkeit mit bis zu drei Freunden gemeinsam zu spielen, ließen RPG Liebhaber auf der ganzen Welt vor Freude tanzen.

Ganz besonders geliebt wurde das Artwork von Secret of Mana, das trotz der Grenzen der 16Bit Grafik, heute noch immer eine Freude für die Augen ist. Darum war es auch nicht so schlimm, als die computergesteuerten Charaktere an jeder Ecke hängen blieben oder die Frame Rate plötzlich in den Keller ging.

 

Zurück in die Zukunft

Es ist nicht das erste Re-release von Secret of Mana, aber das erste richtige Remake. Das Spiel wurde von Grund auf in simpler 3D Grafik neu gebaut. Und genau daran haben Fans der ersten Stunde hart zu knabbern.

Die Grafik ist auf spätem PS2 Niveau. Auch wenn alles knackscharf ist, fehlt es an Details und die Hintergründe bestehen aus gerenderten Texturen, die nur eine Illusion von Tiefe geben, aber eben keine echte Tiefe. Dafür läuft es zumindest auf der PS4 Pro konstant auf 60 FPS.

Es wäre schön gewesen, die breakdancenden Pilze auf so hoher Bildrate in 3D zu attackieren, aber leider fehlen diese (und weitere!) gegnerischen Angriffe komplett. Auch auf die Weltkartenansicht bei der Reise mit der Kanone wurde verzichtet – dafür kamen viele Ladescreens hinzu.

Fast bei jedem Raumwechsel erscheint ein schwarzer Bildschirm, der zwar auch schnell wieder verschwindet, aber trotzdem: Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass es ein bisschen an Geld und Zeit gefehlt hat.

Neu sind auch die Vertonungen der Dialoge, die auf Englisch und Japanisch zur Verfügung stehen. Es wurden nicht nur die simpel gestalteten Zwischensequenzen synchronisiert, sondern auch die zahlreichen NPCs.

Und wo wir schon mal beim Sound sind – natürlich hat das Remake auch die Musik des SNES Klassikers neu aufgelegt. Wem der neue Klang aber nicht gefällt, muss nicht verzweifeln. Im Optionsmenü lässt sich ganz einfach zwischen dem Remake und dem Original Soundtrack hin und her wechseln.

 

Es ist halt kein Dark Souls

Ich habe beim Testspielen den Eindruck gehabt, leichter durch das Spiel zu kommen, als in der SNES Version von 1993. Irgendwie scheinen die Gegner weniger aggressiv. In den ersten 4 Stunden habe ich ohne Probleme  7 Bosse gelegt.

Nur einmal musste ich einen Abschnitt wiederholen, weil das Spiel abgestürzt ist. Ich wäre bereit gewesen, darüber hinwegzusehen, nur leider scheine ich kein Einzelfall zu sein. Beschwerden über Abstürze kommen vermehrt vor.

Vielleicht liegt es daran, dass ich das Spiel schon kenne und genau weiß, was als nächstes zu tun ist, dennoch wirkt das Gameplay insgesamt etwas anspruchsloser und vereinfacht. Die einzige Herausforderung ist, daran zu denken, regelmäßig zu speichern.

Es gibt nämlich kein automatisches Speichersystem. Das mag dem einen oder anderen etwas schwer aufstoßen – mir gibt es ein wohliges Gefühl von Nostalgie.

 

Fazit

Es ist nicht das Secret of Mana aus meiner Kindheit. Böse bin ich trotzdem nicht.

Nein, es ist kein technisches Meisterwerk. Ja, es wird dem liebevollen und detailreichen Artwork der SNES Zeit nicht ganz gerecht. Aber das muss es ja auch nicht.

Wer seinen alten Liebling unverändert in 16Bit spielen möchte, kann das ja nach wie vor tun. Für alle, die sich nicht mit Emulatoren und Mini-Konsolen auseinandersetzen möchten, gibt es das Remake.

Und wer 1993 noch zu klein war um ein Joy-Pad zu halten, kann nun etwas Videospielgeschichte nachholen und mal am eigenen Leib erfahren, wie es damals mit den Speicherpunkten so war. Und ganz nebenbei macht es auch einfach Spaß.

 

Secret of Mana ist am 15. Februar für die PS4, PS Vita und den PC erschienen.