Musik | Hörtest

Bildschirmfoto 2018-05-20 um 08.22.48
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Beach House – 7

21. Mai 2018
von Carolin Landreh

Das Dream-Pop-Duo Beach House ist aus ebendiesem Genre nicht mehr wegzudenken. Jetzt veröffentlicht die Band ihr neues und siebtes Studioalbum 7 und nach fast einer Dekade Erfolgsgeschichte kann man sich schon mal fragen, ob es Beach House auch mit diesem Album schaffen werden, relevant zu bleiben. Doch 7 benötigt nicht lange bis man sich darauf einlässt und wohl eine ebenso kurze Zeit, um seine Zuhörer*innen für sich zu gewinnen.

Songs wie Drunk in LA und Dive passen da genau, um das Gefühl des Albums, fast wie einen Rausch, zusammenzufassen. Gitarrist Alex Scally lässt gedämpfte Gitarrenklänge durch das Album schweben und wir schweben mit. Victoria Legrands ruhiger Gesang weckt dabei nicht auf, sondern fließt geradezu mit der verwaschenen Mischung aus Synthesizern und Gitarren zusammen.

Nach gleich zwei Alben, die Beach House 2015 innerhalb von zwei Monaten veröffentlicht haben, und bei denen vor allem Depression Cherry besonders vielfältig war, kommen Legrand und Sally auf ihrem aktuellen Album aus einem vollkommenen Eintauchen in den psychedelischen Shoegaze nicht mehr heraus. Eine Chance zum Auftauchen bieten höchstens noch die Intros von Lemon Glow und Black Car. Beim einen führt die unaufhörlich voranschreitende Sinthietonfolge dazu, beim anderen Töne, die an ein elektronisches Glockenspiel erinnern.

Viele kleine Nuancen lassen sich erst mit mehrmaligem Hören, nach und nach richtig schätzen, denn vorher ist das Album wahrscheinlich nur für Genre- und Beach-House-Erprobte nicht mit einem Schleier der Einheitlichkeit überworfen. Da gibt es den Sprachwechsel zwischen Englisch und Französisch in L’Inconnue, die ergreifende Atmosphäre in Drunk in LA und die romantischen Liedzeilen in Pay No Mind: „Baby at night when I look at you / Nothing in this world keeps me confused / All it takes, look in your eyes“.

7 ist derzeit vielleicht nicht das aufregendste Album und aufs erste Hören auch nicht das abwechslungsreichste, aber manche Dinge, und das neue Werk von Beach House gehört definitiv dazu, brauchen einfach Zeit. Etwas anderes hat man vom Duo nicht erwartet und Verlässlichkeit ist ja auch etwas schönes.